Der Nozon im Herzen des Dorfes Croy © ADNV – Lionel Bourgeois
Natur, Wasser und Kulturerbe: Das sind drei Begriffe, mit denen man diese Rundwanderung mit Ausgangspunkt im Dorf Romainmôtier zusammenfassen könnte. Auf einer Wanderung von etwas mehr als dreieinhalb Stunden erkundet man einen angenehmen Wanderweg entlang des Nozon, einem für die Region symbolträchtigen Fluss.
Mit einer gefüllten Trinkflasche und einer Regenjacke im Rucksack – für alle Fälle – kommen wir am späten Vormittag in Romainmôtier an. Vom Parkplatz am Chemin du Boléron oberhalb des Dorfes gelangen wir schnell ins Ortszentrum, wo wir den kleinen, friedlich plätschernden Bach Nozon entdecken. Wir folgen ihm ein Stück, um alte Anlagen zu besichtigen, die dazu dienten, die Energie des Wassers zu nutzen, insbesondere für die Schmiede. Wir nutzen den späten Vormittag, um zum Aussichtspunkt „Belvédère de Forel“ hinaufzusteigen, der uns einen herrlichen Blick auf das Dorf bietet, bevor wir zur Quelle der Diaz gehen, einem schönen und erholsamen Ort. Noch vor Mittag besuchen wir das Dorfzentrum, mit einem Abstecher zur Abteikirche und zum Maison du Prieur. Und auch wenn wir nicht zum ersten Mal hier sind, lässt uns dieses außergewöhnliche und so gut erhaltene Kulturerbe nicht unberührt. Bevor wir uns auf den „Sentier du patrimoine“ begeben, genießen wir eine Mahlzeit bei „Chez Magali“ mitten im Dorf, wo kulinarische Köstlichkeiten und herzliche Gastfreundschaft Hand in Hand gehen.
Nachdem wir den Vormittag damit verbracht haben, das Dorf zu erkunden, machen wir uns in Richtung Croy auf, um die ersten Schritte dieser Wanderung zu unternehmen. Schon bald befinden wir uns am Ufer des Nozon, der am Fuße des Dorfes Croy sehr schmal wird, da er dort kanalisiert ist. Dank des kanalisierten Wassers entdecken wir das erste Kulturerbe, wenn man auf den Namen des Wanderwegs zurückkommt. Wir können alte Waschhäuser besichtigen. Auf den Schautafeln erfahren wir, wie diese zu Zeiten der Waschfrauen, etwa zu Beginn des 18. Jahrhunderts, funktionierten. Schon bald verlassen wir das Dorf Croy und folgen der Beschilderung, die uns den Weg zum Wasserfall „Cascade du Dard“ weist, an dem der Nozon einige Meter in die Tiefe stürzt. An diesem Tag nutzt eine Schulklasse die Wassertemperatur, um sich nach einem Marsch von einigen Kilometern zu erfrischen.
Nach diesem herrlichen Ort, der übrigens bei Fotografen sehr beliebt ist, führt uns ein 35-minütiger Spaziergang im Schatten zu einem erstaunlichen Zeugnis der Vergangenheit: dem Steinbruch „Carrière du Grand Chanay“. Vor Ort entdecken wir zahlreiche rechteckige Vertiefungen im Boden. Wieder informiert uns eine Tafel über die Geschichte dieses Ortes: Diese Löcher sind die Spuren von Brunnenbecken, die hier herausgemeißelt und anschließend abtransportiert wurden. Dort erfahren wir, dass diese über viele Jahre hinweg von Hand ausgehöhlt wurden, insbesondere durch den Steinbrucharbeitermeister Jean-Pierre Reymond, der während seiner Tätigkeit im 19. Jahrhundert fast 200 Becken ausgehöhlt hat!
Tuffsteinbrüche, alte Kalköfen, ein gelber Steinbruch und alte Eisenöfen: All dies und vieles mehr entdecken wir auf unserem Spaziergang. Dieses Kulturerbe macht uns bewusst, welche Arbeitsschritte notwendig sind, um ein Endprodukt herzustellen, sei es Eisen, Kohle oder behauener Stein. Diese Entdeckungen verbergen sich am Rande eines angenehmen Wanderwegs, der größtenteils durch den Wald führt, nachdem wir uns etwas vom Nozon entfernt haben, den wir gerade überquert haben. Die Wanderung führt uns wieder in Richtung Romainmôtier, wo wir neue Landschaften entdecken: Die Landschaft öffnet sich vor uns, und der gelbe Steinbruch von Ferreyres verleiht der Wanderung plötzlich den Charme eines Grand Canyon. Wir setzen die Wanderung fort und kehren bald wieder in den Wald zurück, wo uns eine herrliche Begegnung mit einer Gämse, die nur wenige Meter vom Weg entfernt im Vollgas vorbeirauscht, in Staunen versetzt. Nach und nach erkennen wir Orte wieder, an denen wir zu Beginn der Wanderung vorbeigekommen sind, und erreichen den Parkplatz – mit klarem Kopf und dem Gefühl, einen Moment aus einer anderen Zeit erlebt zu haben. Der „Sentier du Patrimoine“ macht seinem Namen alle Ehre.
Ob mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder mit dem Auto – der Ausgangspunkt der Route ist leicht zu erreichen. Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln können Sie mit dem Zug bis nach Croy-Romainmôtier fahren und dort in den Bus 683 bis ins Dorfzentrum von Romainmôtier umsteigen; es ist aber auch möglich, direkt vom Bahnhof in Croy aus zu starten. Wenn Sie mit dem Auto anreisen, steht Ihnen ein Parkplatz oberhalb des Dorfes zur Verfügung, auf dem Sie während Ihrer Wanderung parken können.